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Messungen der Windgeschwindigkeiten des Umweltbundesamtes Messstation Schauinsland


Das Umweltbundesamt überwacht an 7 Messstellen die Luftqualität in Deutschland. Eine der Messstellen befindet sich auf dem Schauinsland: Schauinslandweg 2, 79254 Oberried/ Hofsgrund (Messstellen UBA).

Betrachtet werden die Messdaten der Windgeschwindigkeit vom 1.1.2007 bis zum 31.12.2015 also über neun Jahre. Hier werden Messwerte der Windgeschwindigkeit im Takt von 30 Minuten auf einem Turm in 40 m Höhe ausgewertet. Die Genauigkeit des 3-D Ultraschallanemometers der Fa. Thies beträgt laut Datenblatt 0.1m/s vom Messwert bis 5 m/s, ab 5 m/s 2% vom Messwert. Die Station liegt auf 1205 m. Der Messort befindet sich also auf 1245 m Höhe über NN. (Der höchste Punkt des Hundsrücken ist 1234 m nach https://www.openstreetmap.org/#map=16/47.9203/7.9214.)

Der Mittelwert der Windgeschwindigkeit über diese Messungen beträgt am Messort 4,13 m/s.

Üblicherweise werden die Windgeschindigkeiten dann auf die geplante Nabenhöhe hochgerechnet. Unter Bezug auf www.wind-data.ch ergibt sich:

Ziel Nabenhöhe: 140 m
Ausgangshöhe: 40 m
Windgeschwindigkeit: 4,13 m/s
Rauhigkeitslänge: 0,1 m
berechnete mittlere Windgeschwindigkeit auf Nabenhöhe: 4,99 m/s

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Im folgenden Diagramm sind die mittleren Windgeschwindigkeiten pro Jahr von 2007 bis 2015 eingetragen: Die Messwerte des Umweltbundesamtes auf dem Schauinsland in 40 m Höhe (blau) wurden genutzt um wie oben die Geschwindigkeiten auf Nabenhöhe von 140 m (rot) zu berechnen.
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Zur Rauhigskeitslänge:
Durch die sogenannte Rauhigkeitslänge wird der Einfluss der Erdoberfläche berücksichtigt. Über Wald oder Siedlungsbebauung wird der Wind am Boden mehr abgebremst als auf einem offenen weitem Gelände (z.B. Bodensee). Um den Einfluss der Rauhigkeitslänge deutlich zu machen, hier zwei weitere Berechnungen:
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Eine Halbierung oder Verdoppelung der Rauhigkeitslänge ändert das Ergebnis nur um ca. 2 %. Dieser Faktor hat also keine entscheidende Rolle.

"Achtung: Das logarithmische Windprofil ist als grobe Näherung zu betrachten. Gerade auf Kuppen oder Kreten kann das tatsächliche Windprofil stark davon abweichen. Für eine genaue Ertragsprognose ist es deshalb unerlässlich eine hohe Mastmessung durchzuführen. Für eine Extrapolation der Windbedingungen auf Nabenhöhe der geplanten Windkraftanlage wird empfohlen eine geeignete Modellierung durchzuführen oder das Profil mit einem hohen Messmasten oder mit SODAR zu messen." (aus http://wind-data.ch/tools/profile.php)


Fragen:
Sind die Daten dieser Station im Windenergieatlas berücksichtigt?
Wurden die Daten dieser Station bei den Entscheidungen der Gemeinde berücksichtigt?